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Kinder gehören ins Freie

Diesen Satz haben wir schon von unseren Eltern und Großeltern gehört.
Aus augenärztlicher Sicht kommt nun nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein zusätzlicher Aspekt hinzu, denn Tageslicht kann das Voranschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen.

Dies mag im Herbst und Winter vor allem für Kinder in der Großstadt eine Herausforderung darstellen. Die Schule und gegebenenfalls die Nachmittagsbetreuung dürfen nicht ganz aus der Verantwortung genommen werden. Denn die Kinder kommen oft erst bei Dunkelheit nach Hause, so dass die Eltern erst am Wochenende den Aufenthalt im Freien fördern können.

Auch gibt es Hinweise, dass übermäßiger Konsum von elektronischen Medien wie Handys und Tablets die Kurzsichtigkeit fördert und überdies den circadianen (Tag/ Nacht) Rhythmus stört, da der hohe Blaulicht-Anteil im Verdacht steht, Tageslicht vorzutäuschen und Schlafstörungen zu verursachen. Wirksam dürfte der Einfall des vielfärbigen Tageslichtes auf die Netzhaut sein, der das Längenwachstum des Auges, das für die Kurzsichtigkeit verantwortlich ist, hemmt.

Es ist erwiesen, dass die Kurzsichtigkeit in den Industrieländern epidemisch zunimmt. Es ist zu erwarten, dass 2030 bereits 50 % aller Kinder und Jugendlichen kurzsichtig sein werden. Im asiatischen Raum z. B. in China sind bereits heute 90 % aller Kinder betroffen.

Am wirksamsten und besten gesichert gilt dennoch ein Aufenthalt von 2 Stunden pro Tag im Freien und Tageslicht zur Verhinderung des Auftretens und der Progression der Kurzsichtigkeit.

Deshalb: Wann immer es möglich ist z. B. in der Pause, im Turnunterricht – Kinder hinaus ins Freie!

 

von:
Gabriela SEHER, Fachärztin für Augenheilkunde & Optometrie

Broschüre:
Broschüre: Kinderaugen und Lernen 2019